Ent-spannt
Ich greife mir Handtuch und Shampoo, verschließe den Schrank und latsche in den Saunabereich des Neuköllner Stadtbades, vorbei an Bier trinkenden und Schnitzel essenden Überzeugungsdinosaunierern. Rasquale wartet bereits.
Zuerst gehen wir in die 90°C-Sauna, quasi zum Aufwärmen. Nach dem Duschen und einem Sprung ins Arschkaltwasserbecken steigen wir erst mal aufs Dach und legen uns auf die Liegen. Die Aussicht über Neukölln ist bescheiden und endet meist in angrenzenden Wohnzimmern der Nachbarn. Doch ganz schön kalt, ist ja Winter. Lieber jetzt ein Fussbad zum Anregen des Kreislaufs.
Später gehen wir in die Bio-Sauna -was ich sonst nie tue. Dieses Lichtergewechsel ist mir ein Rätsel, und ich hab keine Ahnung, welchen Einfluss das auf meine Biophysik und -psychologie haben soll. Es macht mich kirre. Der anderer Grund: es ist grottenlangweilig, man schwitzt ja noch nicht mal.
Auf jeden Fall liegen wir dort allein, also zu zweit, seit geraumer Zeit auf dem Rücken, zumindest Rasquale scheint's zu geniessen, denn sie hat die Augen geschlossen, folglich bekommt sie auch nicht mit, was ich sehe, als ich mich auf die Ellenbogen stütze. Draussen auf dem Gang sitzt ein Typ, Mitte 40, auf der Bank und glotzt in die Sauna.
"Rasquale..", sag ich zu ihr, leg dich mal auf die andere Seite, "von draußen betrachtet jemand deinen Uterus." Rasquale legt sich auf die andere Seite.
Ich leg mich auch wieder auf den Rücken, und gebe der Bio-Sauna mit ihren wild flackernden bunten Lämpchen noch 'ne Chance.
Keine zwei Minuten später geht die Tür auf, jemand kommt herein.
Als ich die Augen öffne, seh ich ich den Spanner von draußen, wie der sich's auf der untersten Bank genau gegenüber von Rasquale bequem gemacht hat, und hinter vor gehaltener Hand weiter spannt.
"Rasqaule, schau mal, wer da ist..", sag ich. Den Typen juckt das gar nicht. Sie setzt sich auf und sagt in ihrem Wiener Dialekt: "Entschuldigen Sie,...kann es sein, dass Sie ein Spanner sind?"
"Äh..nein!" antwortet er einigermaßen perplex, doch er steht aber auch nicht auf und geht hinaus. Allerdings merkt man, wie peinlich ihm die Frage war. Ich kann mich vor Lachen kaum halten.
"
"Was lachst Du denn so?", fragt sie schnippisch lächelnd, "..ich war halt höflich...!"
"So einem Typen muss man schon mindestens verbal zwischen die Beine treten..." antworte ich lachend, und wir verschwinden lieber in der 95°C-Sauna.
zurück
~
© 2007 lorenzodigiovanni.twoday.net
Zuerst gehen wir in die 90°C-Sauna, quasi zum Aufwärmen. Nach dem Duschen und einem Sprung ins Arschkaltwasserbecken steigen wir erst mal aufs Dach und legen uns auf die Liegen. Die Aussicht über Neukölln ist bescheiden und endet meist in angrenzenden Wohnzimmern der Nachbarn. Doch ganz schön kalt, ist ja Winter. Lieber jetzt ein Fussbad zum Anregen des Kreislaufs.
Später gehen wir in die Bio-Sauna -was ich sonst nie tue. Dieses Lichtergewechsel ist mir ein Rätsel, und ich hab keine Ahnung, welchen Einfluss das auf meine Biophysik und -psychologie haben soll. Es macht mich kirre. Der anderer Grund: es ist grottenlangweilig, man schwitzt ja noch nicht mal.
Auf jeden Fall liegen wir dort allein, also zu zweit, seit geraumer Zeit auf dem Rücken, zumindest Rasquale scheint's zu geniessen, denn sie hat die Augen geschlossen, folglich bekommt sie auch nicht mit, was ich sehe, als ich mich auf die Ellenbogen stütze. Draussen auf dem Gang sitzt ein Typ, Mitte 40, auf der Bank und glotzt in die Sauna.
"Rasquale..", sag ich zu ihr, leg dich mal auf die andere Seite, "von draußen betrachtet jemand deinen Uterus." Rasquale legt sich auf die andere Seite.
Ich leg mich auch wieder auf den Rücken, und gebe der Bio-Sauna mit ihren wild flackernden bunten Lämpchen noch 'ne Chance.
Keine zwei Minuten später geht die Tür auf, jemand kommt herein.
Als ich die Augen öffne, seh ich ich den Spanner von draußen, wie der sich's auf der untersten Bank genau gegenüber von Rasquale bequem gemacht hat, und hinter vor gehaltener Hand weiter spannt.
"Rasqaule, schau mal, wer da ist..", sag ich. Den Typen juckt das gar nicht. Sie setzt sich auf und sagt in ihrem Wiener Dialekt: "Entschuldigen Sie,...kann es sein, dass Sie ein Spanner sind?"
"Äh..nein!" antwortet er einigermaßen perplex, doch er steht aber auch nicht auf und geht hinaus. Allerdings merkt man, wie peinlich ihm die Frage war. Ich kann mich vor Lachen kaum halten.
"
"Was lachst Du denn so?", fragt sie schnippisch lächelnd, "..ich war halt höflich...!"
"So einem Typen muss man schon mindestens verbal zwischen die Beine treten..." antworte ich lachend, und wir verschwinden lieber in der 95°C-Sauna.
zurück
~
© 2007 lorenzodigiovanni.twoday.net
Lorenzodigiovanni - 27. Feb, 20:11

Dass von sowas sowas kommt
zuviel Nena gehört, oder wie?